1 oct. 2011

Thomas Bernhard: Poemas (Así en la Tierra como en el Infierno)








En el jardín de la madre

En el jardín de la madre
junto con mi rastrillo los astros
que cayeron mientras estaba ausente.
La noche es cálida y mis miembros
despiden aquel origen verde,
flores y follaje,
el grito del mirlo y el rechinar de un telar.
En el jardín de la madre
piso con mis pies desnudos las testas de las serpientes
que a través del portón mohoso se asoman
con sus lenguas de fuego.


Im Garten der Mutter

Im Garten der Mutter
sammelt mein Rechen die Sterne,
die hcrabgefallen sind, während ich fort war.
Die Nacht ist warm und meine Glieder
strömen die grüne Herkunft aus,
Blumen und Blätter,
den Amselruf und das Klatschen des Webstuhls.
Im Garten der Mutter
trete ich barfuß auf die Schlangenkopfe,
die durch das rostige Tor hereinschaun
mit feurigen Zungen.





Biografía del dolor

Donde ayer dormí es hoy día de asueto. Ante la entrada
se apilan las sillas y nadie, a quien preguntó por mí, me ha visto.
Las aves han alzado el vuelo para dibujar mi cara en las nubes
encima de mi casa y encima del jardín de los muertos.

Con los difuntos conversé y hablamos de la lira del mundo
a la que sus bocas ya no engendran, ni sus labios
que hablan una lengua que al perro de mi primo aflige.


La tierra habla una lengua que nadie entiende
porque es inagotable —a ella le arranqué estrellas
y podré
en medio de la desesperación
y bebí el vino de su cántaro
cocido con mis dolores.

Estas carreteras conducen al destierro. Percibo a Dios
detrás de un vidrio y al diablo en un altavoz;
ambos llegan juntos a mi corazón
que anuncia la decadencia de las almas.

La hojarasca revolotea sin cesar por las callejuelas,
causando destrozos entre los monumentos.


En octubre quisiera soñar con la hierba.
Abajo de la puerta de casa está clavado
un mandamiento:
                       No matarás
Pero en el diario hay tres asesinatos cada día
que podrían ser míos o de alguno de mis amigos.
Los leo como una fábula,
de una puñalada a otra, sin aburrirme.
Mientras confunden la carne y la fama
mi alma duerme bajo el movimiento de la mano
de Dios.


Biographie des Schmerzes

Wo ich gestern geschlafen habe, ist heute Ruhetag. Vor
dem Eingang
stehen die Stühle übereinander und keiner, den ich nach mir
frage, hat mich gesehen.


Die Vögel sind aufgeflattert, um mein Gesicht in die Wolken
zu zeichnen über meinem Haus und über dem Garten der Toten.
Ich habe mit den Toten gesprochen und von der Gitarre der Welt
geredet, die ihre Münder nicht mehr erzeugen und ihre Lippen,
die eine Sprache sprechen, die den Hund meines Vetters kränkt.


Die Erde spricht eine Sprache, die keiner versteht,
denn sie ist unerschöpflich – ich habe Sterne und Eiter
aus ihr gerissen
in den Verzweiflungen
und Wein getrunken aus ihrem Krug,
der aus meinen Schmerzen gebrannt ist.


Diese Straßen führen in die Verbannung. Ich höre Gott
hinter einer Glasscheibe und den Teufel in einem Lautsprecher
und beide erreichen zusammen mein Herz, das den
Niedergang der Seelen verkündet.


Unaufhörlich wirbelt das Laub in die Gassen
und richtet Zerstörung an unter den Denkmälern.
Ich möchte im Oktober vom Grün träumen.


Unter der Haustür steht ein Gebot angeschlagen, das
Gebot:
                    Du sollst Nicht Tötend
– in der Zeitung aher stehen jeden Tag drei Morde,
die von mir sein könnten oder von einem meiner
Freunde.
Ich lese sie wie eine Fabel,
von einem Messerstich zum andern – ohne, daß ich
mich langweile.
Während sie Fleisch und Ruhm verwechseln, schläft
meine Seele
unter der Handbewegung Gottes.




En una alfombra de agua

En una alfombra de agua
bordo mis días,
mis dioses y mis males.

En una alfombra de hierba
bordo mis penas de rojo,
mis mañanas de azul,
mis aldeas de amarillo y mis panes de miel.

En una alfombra de tierra
bordo mi fugacidad.
Allí bordo mi noche,
mi hambre,
mi duelo
y el barco bélico de mis desesperaciones
que surca un millar de aguas,
las aguas de la inquietud,
las aguas de la inmortalidad.


In einen Teppich aus Wasser

In einen Teppich aus Wasser
sticke ich meine Tage,
meine Götter und meine Krankheiten.


In einen Teppich aus Grün
Sticke ich meine roten Leiden,
meine blauen Morgen,
meine gelben Dörfer und Honigbrote.


In einen Teppich aus Erde
sticke ich meine Vergängnis.
Ich sticke meine Nacht hinein
und meinen Hunger,
meine Trauer
und das Kriegsschiff meiner Verzweiflungen,
das hinübergleitet in tausend Gewässer,
in die Gewässer der Unruhe,
in die Gewässer der Unsterblichkeit.




En Así en la Tierra como en el Infierno / Auf der Erde und in der Hölle 
Salzburgo, Otto Müller, 1957
Foto:Trad.: Miguel Sáenz
Foto: Thomas Bernhard por Erika Schmied, 1988